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  • Filling nursery pots by women for the restoration site of Andranoanala.

    Wie engagieren wir uns

    Der Verein Freunde Masoala fördert den Schutz des Masoala Nationalpark auf Madagaskar in enger Zusammenarbeit mit dem Zoo Zürich und in Kooperation mit dem Masoala Nationalpark und der Wildlife Conservation Society WCS. Durch unseren Verein wurden bereits mehrere Projekte in den an- und umliegenden Gemeinden zur Regenwalderhaltung, Aufforstung, nachhaltiger Landwirtschaft (Reisanbau, Aufbau Kakaoproduktion), Wasserversorgung und Hygiene sowie zur Schulbildung der ansässigen Schulkinder unterstützt.

    Aktuell liegt unser Fokus auf dem Ausbildungsprogramm «Open Classroom» in Maroantsetra, dem Wiederaufforstungsprogramm in Andranoanala in der Region Cap Est sowie der Erforschung des Bestandes und der Verbreitung der vier grössten Lemurenarten.

    Open Classroom: Naturschutz dank Bildung

    Der Open Classroom ist ein Treffpunkt für Kinder und Jugendliche in Maroantsetra, die mehr über ihre Umwelt lernen wollen. Hierzu führt der Open Classroom wöchentlich Workshops zu unterschiedlichen Themen durch. 300 Kinder können sich pro Jahr für diese unentgeltlichen Kurse einschreiben. Sie richten sich an Primar- und Sekundarschüler.

    Die Freunde Masoalas unterstützen den Open Classroom seit 2012. Damit ermöglichen wir dessen kontinuierliche Weiterentwicklung, den Unterhalt und sowie den Betrieb. Die sehr engagierten Lehrkräfte begeistern die Kinder immer wieder aufs Neue mit interessantem und stimulierendem Umweltunterricht.

    Recycling Session während der Saturday School

    Recycling von Plastikflaschen für die Schulgartenanlage als Schwerpunktthema im Rahmen der Saturday School.

    Im Rahmen des Open Classrooms werden weitere Spezialprojekt betreut. Zum Beispiel:

    • Die «Saturday School»: Ein spezielles Angebot für Kinder der Primarschule, die am Wochenende nicht nach Hause gehen können, weil der Weg zu weit ist. Der Unterricht ist spielerisch-motivierend und kreist um umweltbezogene Themen.
    • Der «Connecting Classroom»: Das Programm adressiert die Sekundarstufe und besteht aus Umweltbildungsseminaren, Computer- und Englischunterricht. Jugendliche, die den Connecting Classroom besuchen, beteiligen sich zudem an Wartungs- und Aufräumarbeiten auf dem Gelände des Open Classrooms.
    • Der «Youth Journalist Club»: Er produziert wöchentlich Radiosendungen zu Umweltthemen, die in Maroantsetra und Umgebung ausgestrahlt werden.
    • Das «Breakfast-Program»: Es findet in den öffentlichen Schulen in den Gemeinden um den Masoala Nationalpark und Makira Naturpark statt. Es hat zum Ziel, dass die Kinder und Jugendlichen gestärkt in den freiwilligen Umweltbildungsunterricht am Samstagmorgen starten. Das Frühstück besteht traditionsgemäss aus einer grossen Portion Reis, zusammen mit Fleisch und Gemüse.
    Nursery distribution to Connecting Classroom and Saturday School student members

    Zu Beginn des Jahres beteiligten sich die studentischen Mitglieder des Open Classrooms an der Pflege der Umwelt-Campus-Demonstrationsflächen. Die Schüler wurden mit Setzlingen verschiedener Obst- und Waldarten versorgt. Sie verteilten insgesamt 195 Setzlinge.

    Wiederaufforstung in Andranoanala

    Seit 2021 engagieren sich die Freunde Masoalas gemeinsam mit dem Zoo Zürich und dem Orchester des Wandels in der Region Cap Est, die im Nordosten der Masoala-Halbinsel liegt. Dort befindet sich der Andranoanala-Wald, der als isolierte Parzelle zum Masoala Nationalpark gehört.

    Region Cap Est

    Die Region Cap Est mit dem Andranoanala-Wald auf der Halbinsel Masoala.

    Dieser Wald, der auf einem speziellen Boden wächst, weist viele besondere Pflanzen- und Tierarten auf, wie zum Beispiel die Masoala-Kannenpflanze (Nepenthes masoalensis). Für eine Vielzahl von Tierarten ist der Wald von Andranoanala ein wichtiger Unterschlupf, besonders für die Lemuren ist er von grosser Bedeutung.

    Nepenthes

    Die einmalige und in Andranoanala endemische Nepenthes Masoalensis.

    Die Anzahl der Einwohner wächst in dieser Region besonders schnell. Entsprechend schnell wächst auch der Bedarf an Brenn- und Bauholz, aber auch an anderen Produkten aus dem Wald, etwa zum Flechten oder als Heilpflanzen. Als Folge davon ist die geschützte Parzelle des Andranoanala-Waldes in den letzten Jahren arg in Mitleidenschaft gezogen worden. Mehrere Waldbrände haben auch grossen Flächen des Waldes zerstört.

    Mit dem Andranoanala-Projekt wird die schnell wachsende Bevölkerung im Anlegen produktiver Fruchtgärten unterstützt und geschult. Zudem werden die Gemeinden in die Aufforstung abgebrannter Flächen der Nationalparkparzelle integriert. Auch die Umweltclubs der Schulen sind in die Aufforstungen integriert.

    Rosenholz Setzlinge in Andranoanala

    Rosenholz-Setzlinge in Andranoanala.

    In den vergangenen Jahrzehnten wurde die Region Cap Est mehrfach von Wirbelstürmen heimgesucht. Um dieser Bedrohung zu begegnen, hat die Parkverwaltung als eine der wichtigsten Erhaltungsstrategien ein Programm zur partizipativen Wiederherstellung des Waldes lanciert. Entscheidend ist dabei die Zusammenarbeit mit den umliegenden Gemeinden, in Kombination mit einer Reihe von Massnahmen, die der Förderung und der Entwicklung der lokalen Bevölkerung zugutekommt.

    Region Cap Est

    Sicht auf den Indischen Ozean vor Cap Est.

    Das Engagement der Freunde Masoalas bezieht sich auf die Wiederaufforstung des Andaranoanala-Waldes. In aufwändiger Handarbeit werden pro Jahr ca. 40'000 Bäume aus Samen gezogen und ausgepflanzt. Nebst den 20 verschiedenen Baumarten für die Aufforstung des Andranoanala-Waldes werden aber auch Nutzpflanzen für die Einwohner der Gemeinden produziert.

    Bananenstauden, Kokospalmen und Jackfrucht-Bäume dienen vorwiegend der lokalen Nahrungsversorgung. Gewürznelken-Bäume hingegen helfen das Einkommen der Familien zu verbessern. Denn die «Gewürznägeli» werden hauptsächlich für den Export verkauft. Etwa 65% der weltweit geernteten Gewürznägeli stammen aus dieser Region!

    Gewürznägeli

    Es werden auch Gewürznelken-Bäume für die lokale Bevölkerung produziert, die in permanenten Fruchtgärten gepflanzt werden. Mit «Gewürznägeli» kann die Bevölkerung gutes Geld verdienen.

    Lemuren-Forschung in Masoala und Makira

    Lemuren sind ausschliesslich auf Madagaskar zu finden. Viele der 112 bekannten Lemuren-Arten sind in ihrem Bestand aber bedroht, vor allem durch die Abholzung der Wälder.

    In der Masoala-Makira-Region mussten die vier grössten Lemuren-Arten – Indri, Roter Vari, Schwarzweisser Vari und Seidensifaka – als kritisch bedroht eingestuft werden. Die Daten zum Bestand dieser Lemuren sind allerdings unvollständig und wenig aktuell. Um wirksame Schutzmassnahmen zu definieren, sind aktuelle Bestandesdaten aber zentral.

    Wissenschafter von WCS Madagascar machen sich bereit, um die Speicherkarte einer Wildtierkamera in einer Baumkrone im Makira Natural Park zu wechseln.

    Wissenschafter von WCS Madagascar machen sich bereit, um die Speicherkarte einer Wildtierkamera in einer Baumkrone im Makira Natural Park zu wechseln. Die Kameras werden zur Bestandeserfassung der Lemuren in Bäumen installiert, die die Tiere häufig zum Fressen oder Verweilen aufsuchen. Foto: Zoo Zürich, Martin Bauert

    Die Freunde Masoalas finanzieren während fünf Jahren Forschungsarbeiten, um die Verbreitung und den Bestand der vier Lemurenarten mit wissenschaftlichen Methoden zu untersuchen. Wiederholte Transekt-Analysen und gezielte Suchen werden die wissenschaftlichen Grundlagen liefern, um den Bedrohungsstatus der vier Arten festzustellen. Zudem werden auch Wildtier-Kameras eingesetzt.

    Seidensifka, eine der seltensten Primatenarten der Welt.

    Der Seidensifaka ist eine der seltensten Primatenarten der Welt. Der gesamte Bestand wird aktuell auf knapp 250 Tiere geschätzt. Foto: Zoo Zürich, Martin Bauert

    Zum Glück hat sich der Waldverlust deutlich verlangsamt. Manche Lemurengruppen sind allerdings in ihrem verbliebenen Waldstück isoliert. Das führt langfristig zu Problemen. Schon jetzt wurde deshalb damit begonnen, isolierte Walstücke mit neu gepflanzten Waldbrücken zu vernetzen.

    Seidensifakas sind Nahrungsspezialisten.

    Seidensifkas sind Nahrungsspezialisten. Sie ernähren sich fast ausschliesslich von Blättern von Bäumen, die nur in den Regenwäldern Madagaskars wachsen. Foto: Zoo Zürich, Martin Bauert

    Der Indri ist die grösste Lemurenarten in Madagaskar.

    Der Indri ist die grösste Lemurenarten in Madagaskar. Im Unterschied zu allen anderen Lemurenarten hat der Indri nur einen rudimentären Schwanz. Dieses Merkmal hat ihm vermutlich seinen lokalen Namen «Babakoto» eingebracht, was übersetzt «Vorfahre» oder «Vater» bedeutet. Foto: Zoo Zürich, Martin Bauert

    Dank den Erkenntnissen aus dieser Forschung können effektive Massnahmen getroffen werden, um die einmaligen Lemuren langfristig zu erhalten.

    Beobachtungsorte der vier Lemuren-Arten im Makira Natural Park.

    Beobachtungsorte der vier Lemuren-Arten im Makira Natural Park. Grafik: WCS Madagascar