News der Freunde Masoalas

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DIE NEUE KOOPERATIVE KAJIVOLA

Felestin RANDRIANJAFY, Präsident der Kooperative KAJIVOLA in Ambinanitelo

Felestin hat vier Kinder, zwei Söhne, zwei Töchter. Drei seiner Kinder sind verheiratet, ein Sohn studiert an der Universität in Majanga. Felestin vorfolgt mit dem Kakaoanbau das Ziel, eine ertragreiche Plantage anzulegen, die seinem Sohn eine Zukunft als Bauert ermöglich. Gewürznelken und Vanille, die er ebenfalls anpflanzt, erbringen nur einmal im Jahr einen Ertrag.Kakao hat den Vorteil, dass er für das in Makira herrschende Klima geeignet ist und fast das ganze Jahr über Früchte produziert.

Hier soll die neue Kooperative entstehen
Kooperative KAJIVOLA in Ambinanitelo

Felestin hat 250 Kakaobäume auf einer Hektare angelegt und plant total 1'000 Kakaobäume auf ca. 3 ha Mischkultur mit Vanille zu pflanzen. Ursprünglich verfolgte er eine berufsmilitärische Laufbahn und ging mit dem Dienstgrad eines Oberst in  Pension. Seine letzte berufliche Station war Kommandant der Garnison in Mahjanga. Er hat als Berufsoffizier im "Development rural" in der ländlichen Entwicklung gearbeitet und möchte nun seine reiche Berufserfahrung mit den Mitgliedern seiner Gemeinde teilen, in der er aufgewachsen ist und in der sein Sohn lebt. Aus diesen Grund engagiert er sich als Präsident dieser Kooperative.

Für die Anlage der Kakaoplantagen werden keine Wälder oder Bäume gerodet. Es werden Felder, Wiesen oder Weiden genutzt, die bisher kaum Ertrag abwarfen. Die neue Nutzung trägt dazu bei, dass Brandrodungen zurückgehen. Pestizide oder Kunstdünger wurden in dieser Region nie eingesetzt. Dies ist auch nicht nötig, weil der Boden genügend fruchtbar ist.

KAKAOANBAU ZUR RETTUNG DER WÄLDER IN MAKIRA

Der Zoo Zürich ist klimaneutral und kompensiert seinen Rest-CO2-Ausstoss vollumfänglich mit Zertifikaten aus dem Makira Naturpark, wo sich auch die Kakaoplantage befindet. Mit dem Erhalt des Makira Naturparks können in den nächsten 30 Jahren 33 Millionen Tonnen CO2-Emissionen verhindert werden. Die Hälfte des Erlöses aus diesem Projekt fliesst direkt in die Unterstützung der lokalen Bevölkerung.

Video © WCS

Lokale indigene Gemeinschaften in der Makira-Landschaft haben nur begrenzten Zugang zu wirtschaftlichen Möglichkeiten und verliessen sich für ihr Überleben auf traditionelle Formen der Gewinnung natürlicher Ressourcen wie illegalen Holzeinschlag und flächenintensiven Reisanbau. Diese Lebensgrundlagen verursachen nicht nur eine erhebliche Abholzung an einem der weltweit bekanntesten Biodiversitäts-Hotspots, sondern lassen auch die lokalen Haushalte in Armut verfallen, da die natürlichen Ressourcen und die verfügbaren Flächen knapper werden.

Um diese Zyklen zu durchbrechen, arbeitet WCS mit lokalen Gemeinschaften und Regierungen zusammen, um neue Einkommensmöglichkeiten zu schaffen, die Haushalte aus der Armut zu führen und alternative Lebensgrundlagen zu fördern, um die weltweit einzigartige Biodiversität von Makira zu erhalten. Die Einführung der lokalen Bauern in den Kakaoanbau war eine gute Möglichkeit, den Haushalten mehr Einkommenssicherheit zu bieten und die Waldflächen zu erhalten. Kakao bietet die Vorteile des Anbaus in schattigen Gebieten ohne Baumfällung und man kann bis zu dreimal im Jahr produzieren, so dass die Landwirte mehrmals Einnahmen erzielen können, im Gegensatz zu Reis, Vanille, Nelken oder Kaffee, die nur jährliche Ernten bringt.

Strategien wie der Kakaoanbau brachten den lokalen Gemeinschaften auch zusätzliche Einnahmen, z.B. durch Zahlungen für die Reduzierung der CO2-Emissionen, die durch den geringeren Waldverlust verursacht wurden. Diese CO2-Einnahmen werden von den Gemeinden in die dringend benötigte öffentliche Infrastruktur (wie Schulen und Bewässerungssysteme), öffentliche Gesundheitsdienste, Jugendausbildung und Weiterbildung in nachhaltiger Landwirtschaft investiert.

Das Makira REDD+ Projekt ist das grösste Programm zur Reduzierung der CO2-Emissionen im Landnutzungssektor Madagaskars und hat entscheidend dazu beigetragen, dass REDD+ Erfolge beim Erhalt von Landschaften mit hohem Biodiversitätswert erzielt hat. Die Erfahrungen aus der Umsetzung des Makira REDD+-Projekts haben auch wichtige Lernergebnisse geliefert, die für die Gestaltung des nationalen REDD+-Programms Madagaskars, das 2019 beginnen soll, als Teil der Verpflichtung des Landes zur Verringerung der CO2-Emissionen im Rahmen des Pariser Klimaabkommens massgeblich waren.

ERFOLGREICHES MITTSOMMERFEST MIT VIELEN HIGHLIGHTS

Am unserem ersten Mittsommerfest durften wir über sechzig Freunde Masoalas begrüssen und zwanzig neue Mitglieder willkommen heissen. Mit einigen Bildern des Sommerfestes möchten wir uns ganz herzliche bei allen bedanken, die gekommen sind und unsere Projekte dadurch unterstützen. Aber auch bei allen, die durch ihre Mitarbeit zum Erfolg dieses stimmungsvollen Abends beigetragen haben.

Nirina beim Tisch decken. Sie hat zusammen mit Voa und Angelina gekocht und die Gäste mit madagassischen Spezialitäten verwöhnt.

Frank Bangert, Patissier im Restaurant Masoala, und François Stahl verwöhnten die Gäste mit feinen Desserts,

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Bei der Führung durch den Masoala Regenwald gab es einmal mehr viel zu entdecken.
Bei der Nachtführung machten die Mausmakis ihre Aufwartung.
Die Roten Varis waren nicht zu übersehen und zu überhören.
Sogar der Nachwuchs der Roten Varis hat sich gezeigt.
Farbenprächtig präsentierte sich auch das Chamäleon-Männchen.
Nicht ganz so bunt, aber nicht weniger imposant zeigte sich das Weibchen.

DER ERSTE KAKAO WIRD BALD GELIEFERT

Der Verein Freunde Masoalas fördert seit 2015 den Aufbau einer nachhaltigen Kakao-Produktion in der Masoala Region. Nachhaltige Landwirtschaftstechniken, welche die Bodenfruchtbarkeit erhalten, sind für Madagaskar enorm wichtig. Kakao braucht den Schatten von Waldbäumen und erzielt einen guten Ertrag für die Bauern, eine echte Alternative zur traditionellen Brandrodung von Wäldern.

SAVONY, der Präsident der Kakako-Kooperative COPROCAVOL unterzeichnet mit Martin Bauert einen Vertrag über die erste Lieferung von fairetrade und biologischem Kakao in die Schweiz. SAVONY hat bisher 400 Kakaobäume gepflanzt, in Mischkultur mit Vanille, Gewürznelken und Kaffee. Er setzt sich als Präsident für die Kooperative ein, weil diese die Gemeinschaft der Bauern stärkt und sie alle einen fairen Preis für ihren Kakao erhalten.

Die Mitglieder der Kooperative COPROCAVOL probieren die Schokolade, die in der Schweiz aus ihrem Kakao hergestellt wurde.

Johnnah RANARINIAINA, Lehre im Open Classroom und Koordinator des Kakao-Projekts.

Die im 2016 gepflanzten Kakaobäume beginnen Früchte zu tragen.

Vanille Schoten, kurz vor der Ernte. Die grünen Schoten werden nach der Ernte fermentiert und über mehrere Monate langsam getrocknet. Erst dadurch entsteht das Vanille-Aroma.

JUNG-JOURNALISTINNEN MACHEN SICH FÜR DIE UMWELT STARK

Seit 2014 finanziert der Verein Freunde Masoalas den Betrieb und die Löhne der beiden Lehrkräfte des "Open Classroom" in Maroantsetra. Die Wildlife Conservation Society (WCS), unsere Partner-Organisation vor Ort, setzt die Projekte mit viel Engagement um.

Dreihundert Kinder aus der Region besuchen freiwillig an freien Nachmittagen und am Samstag den Unterricht in Umweltbildung. Zweihundert Kinder im Primarschulalter nehmen ausserdem regelmässig in der "Saturday School" am Unterricht mit Fokus auf angewandte Umweltbildung teil.

Hundert Jugendliche der Sekundarstufe treffen sich einmal die Woche im "Connecting Classroom" wo sie den Umgang mit sozialen Medien und Internet lernen und üben. Zudem produzieren sie wöchentliche Radiosendungen, Videos und Zeitungsartikel zu aktuellen Umweltthemen, die in der ganzen Region gehört und gelesen werden

Kinder der Primarstufe lernen von älteren Kindern den Umgang mit Computern

Ältere Kinder lernen im Open Classroom in Maroantsetra im Internet zu recherchieren

Gruppenarbeit im Unterricht des Open Classrooms

Miora Malalasoa, Lehrerin im Open Classroom

GEMEINSAME MISSION

Masoalas aussergewöhnliche Biodiversität entkommt der Belastung durch den Menschen nicht. Seit Anfang 2018 nimmt der illegale Palisander-Baumschlag im Park nahe der die Städte Maroantsetra, Antalaha und Mananara grosse Ausmasse an. Es wurden rund hundert Baumstämme geschlagen.

Es wird ein grosser Einsatz mit mehreren Park-Patrouillen nötig sein, um dem ein Ende zu setzen. Regionale Behörden und vor allem die Forstverwaltung setzen nun mehr Patrouillen ein.

Die vier Einsätze in den Bezirken Ambanizana, Ambohitralanana, Ampokafo und Vinanivao von März 2018 ermöglichten ein Durchkämmen der Parks, in denen sieben illegale Holzfäller auf frischer Tat gefasst wurden. Der Fall wurde der Forstverwaltung übergeben und es sind sicherlich Sanktionen zu erwarten.

Die Auswirkungen dieses erfolgreichen Einsatzes machen sich bereits bemerkbar: Die Migranten, die sich zum Fällen im Umkreis des Parks niedergelassen hatten, haben die Stadt verlassen. Das Team lobt seine neue Strategie und wird diesen Druck weiterhin ausüben.

Rodungsbefund in Ankaramarivo, Bezirk von Ambanizana

 

Zyklon enawo trifft auf maroantsetra

Am 4. März 2017 fegte der Zyklon Enawo über Madagaskar. Der Sturm führte auch rund um Maroantsetra und Voloina zu grossen Regenfällen und Überschwemmungen. Das Wasser reicht teilweise 2,5 Meter hoch bis unter die Dächer der Häuser, die Strassen wurden zu reissenden Flüssen. Da die Bevölkerung vorgewarnt worden war, konnten sich sich – und ihr Hab und Gut – rechtzeitig vor dem schweren Unwetter in Sicherheit bringen. Das Kakao-Fermentationszentrum, das vom Verein Freunde Masoalas unterstützt wird, meldet den Verlust von 800-900 Kakaosetzlinge und minore Schäden an der Fermentationsanlage.

Der Zyklon Enawo trifft auf Maroantsetra – Video eines Mitarbeiters des Environmental Campus.

Auf bestem Weg zur eigenen Kakaoproduktion

Unterdessen haben die Bauern die Anlage gereinigt und wieder in Stand gestellt. Für den Wiederaufbau der Kakaobaumschulen in Marovovonana, Ambalamahogo und Ambinanitelo hat die Genossenschaft 600 Kakaoschoten, 16915 Samen und 3200 Plastiktöpfe beigesteuert.

Aufbau Kakao-Produktion in Masoala mithilfe der Freunde Masoalas
Alternative zur Brandrodung: Aufbau einer Kakaoproduktion in Masoala.

Für Besucher von Nah und fern 

Zur feierlichen Eröffnung des MaMaBay Environmental Campus – ein Meilenstein für die Region um den Masoala Nationalpark – waren im Sommer 2015 auch die Freunde Masoalas zugegen. Der Campus funktioniert als Eintrittstor zum Nationalpark und umfasst u.a. ein Informationszentrum für Besucher und die lokale Bevölkerung sowie ein Ökoshop für Handwerksprodukte. Auch das offene Klassenzimmer für die lokalen Schulen wird bereits rege genutzt. 

Freunde Masoalas unterstützen MaMaBay Informationszentrum in Maraoansetra
Eröffnung des MaMaBay Informationszentrums in Maraoansetra, Madagaskar.

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